Hausarbeiten schreiben

 
 

Definition

 
 
 
Die Hausarbeit oder auch Semesterarbeit erprobt in der Regel anhand überschaubarer Belege eine begrenzte Arbeitshypothese, stellt Sachverhalte oder Problemfelder dar und will Defizite oder Lösungsansätze aufzeigen. Sie soll gedanklich und formal klar aufgebaut sein. Dabei sind folgenden Aspekte besonders wichtig, da sie als Bewertungskriterien eine wesentliche Rolle spielen.

 
 
 
 

Titelblatt

 
 
 
Das Titelblatt nennt die Universität bzw. Einrichtung, das entsprechende Seminar/Institut, den Titel der Seminararbeit und des Seminars, den/die durchführende(n) Dozent/in, das Thema der Hausarbeit und den/die Namen des Verfassers/der Verfasser/in.

 
 
 
 
Beispiel: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaft
Proseminar: Werde, der du bist 
Dozent/in: Prof. Hagen Kordes
Thema: ...
Verfasser/in: ...
  Matrikel-Nummer: ...

 
 
 
 

Gliederung

 
 
 
Das Inhaltsverzeichnis gliedert sich in Einleitung, die themenspezifisch relevanten fachwissenschaftlichen Ausführungen (→ Arbeitstechniken: Recherche in Bibliotheken, Datenbanken, Internet) (Hauptteil/Inhalt) mit den entsprechenden Unterpunkten, Fazit/Resümee, gegebenenfalls Anhang und Abkürzungsverzeichnis, und Literaturverzeichnis (→ Arbeitstechniken: Literaturverzeichnisse erstellen). Bei der Verwendung der Gliederungsziffern gibt es mehrere Möglichkeiten.

 
 
 
 
Beispiel:
1. (I.) Einleitung
2. (II.) Problemfelder
2.1 (II.1) Marktversagen
2.2 (II.2) Staatsversagen
...
8. (VIII) Fazit (Resümee)
Literaturverzeichnis

 
 
 
 

Einleitung

 
 
 
Die Einleitung enthält in der Regel

 
 
 
 
  • Angaben zur Themenwahl (Relevanz des Themas, aktueller Kontext)
  • Eingrenzung des Themas bzw. inhaltliche Einordnung in das Oberthema des Seminars
  • Ziel der Arbeit (Untersuchungsschwerpunkte)
  • evtl. Schwierigkeiten bei der Materiallage oder Materialauswahl  (→ Arbeitstechniken: Recherche in Bibliotheken, Datenbanken, Internet)
  • zentrale Fragestellung(en)/erkenntnisleitende Interessen
  • Aufbau der Arbeit mit ausreichender Begründung, warum diese spezifische Vorgehensweise gewählt wird ("Roter Faden")

 
 
 
 

Hauptteil/Inhalt

 
 
 
Der Hauptteil bzw. Inhalt erprobt die Arbeitshypothese, veranschaulicht und erhärtet die Argumentation anhand sorgfältig interpretierter Belege, behandelt die Themenstellung gemäß dem Inhaltsverzeichnis und den in der Einleitung formulierten erkenntnisleitenden Interessen. Dabei wird in der Regel das Problemfeld/die Fragestellung genauer beschrieben, die Literatur (→ Arbeitstechniken: Recherche in Bibliotheken, Datenbanken, Internet) zu diesem Thema dargestellt, diskutiert sowie kritisch befragt/kommentiert und der eigene Standpunkt entfaltet. Wichtig dabei ist zu beachten, dass eine Gliederung in Unterpunkte nur durch inhaltliche Kriterien gerechtfertigt ist, d. h., es müssen dort jeweils einzelne Aspekte eines übergeordneten Problemfeldes/der Fragestellung behandelt werden. Bei der Formulierung der Unterkapitel prüfen Sie deshalb immer, in welchem Bezug Sie zur Fragestellung stehen.

 
 
 
 

Exkurse

 
 
 
Exkurse (Abschweifung, kurze Ausarbeitung; lat. Excursus "das Herauslaufen, Auslaufen") sind Erörterungen oder Ausführungen zu Überlegungen, die aus dem Rahmen einer themenspezifischen Argumentation herausführen. Sie stehen deshalb nur innerhalb, nicht am Ende des Textes. Exkurse können als erklärende, zusätzliche, auf das Thema bezogene, aber nicht notwendige Informationen den jeweiligen Text ergänzen. Zur Kennzeichnung wird der Exkurs in der Gliederung dem jeweiligen Abschnitt formal gleichgestellt, muss aber mit "Exkurs" eingeleitet werden. Diese Kennzeichnung zeigt dem Leser an, dass er die folgenden Ausführungen auch überspringen könnte, ohne den "Roten Faden" der Arbeit zu verlieren. Mit Exkursen sollte daher eher sparsam umgegangen werden.

 
 
 
 

Resümee/Fazit

 
 
 
Das Resümee/Fazit enthält - je nach den in der Einleitung formulierten Zielsetzungen - abschließende Aussagen zu den Arbeitshypothesen und/oder eine prägnante Zusammenfassung des dargestellten Sachverhaltes, kann "Ausblicke" formulieren, sollte aber keine neuen Erkenntnisse oder Behauptungen enthalten.

 
 
 
 
Versuchen Sie bei der Bearbeitung eines Themas deutlich zu machen, wann jeweils formale (z. B. Definitionen), normative oder empirische Aussagen formuliert werden. Dabei ist eine saubere Begrifflichkeit unverzichtbar: Beachten Sie bitte die einfache Wahrheit, dass Begriffe allein keine neuen Erkenntnisse vermitteln, sondern nur zu deren Erarbeitung dienen. Wenn Sie kontroverse Positionen in der Literatur (→ Arbeitstechniken: Recherche in Bibliotheken, Datenbanken, Internet) diskutieren, stellen Sie immer klar, ob Sie sich diesen Argumenten anschließen oder sie - unter Angabe von Gründen - ablehnen. Anders ausgedrückt: Die eigene Position muss deutlich gemacht werden.

 
 
 
 

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Fragen

1) Welche Angaben muss das Titelblatt enthalten?

 
 
 
 
2) Was gehört in die Einleitung einer Hausarbeit?

 
 
 
 
3) Wie geht man mit Exkursen um?

 
 
 
 
4) Womit sollte eine Hausarbeit enden?

 
 
 
 

Antworten

1) Das Titelblatt nennt Einrichtung, Seminar/Institut, Titel des Seminars, Namen des/der durchführenden Dozenten/in, Thema der Hausarbeit und Namen des Verfassers/der Verfasser/in.

 
 
 
 
2) Eine Einleitung enthält Angaben zur Themenauswahl, Themeneingrenzung und zum Ziel der Arbeit sowie zentrale Fragestellungen.

 
 
 
 
3) Exkurse sind zusätzliche Ausführungen, die nicht unmittelbar zur Hausarbeit gehören und die der Leser auch überspringen kann. Sie müssen deshalb auch entsprechend gekennzeichnet sein.

 
 
 
 
4) Beenden Sie Ihre Hausarbeit mit einem Fazit oder Resümee, in dem die zusammenfassenden Aussagen oder Schlussfolgerungen und Ausblicke enthalten sind.

 
 
 
 

Bibliografie

 
 
 

K. Bünting, A. Bitterlich, U. Pospiech: Schreiben im Studium. Ein Trainingsprogramm, Berlin 1996

H. Knauf, F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied 2000